Turniere auf Kairos Straßen
Fußball ist in Ägypten sehr beliebt, fast jeder ägyptische Junge ist in seiner Freizeit am Kicken. Der Sport wurde Ende des vorletzten Jahrhunderts in Ägypten eingeführt.
Bald darauf hin veranstalteten die Ägypter jedes Jahr einen Fußballwettkampf.
Überall auf den Straßen spielen die Jungen Fußball. Steine oder Blechbüchsen dienen als Torpfosten. Ägyptische Jungen haben ihre eigene Art, Fußball zu spielen: Bevor mit dem Straßenfußball begonnen werden kann, muss erst einmal der Ball hergestellt werden. Er heißt "El Kora El Sharab" - wörtlich übersetzt: "ein Ball aus
zusammengerollten Kniestrümpfen".
In den Zeiten des Ramadan, wenn die Menschen von morgens bis spät in die Nacht hinein fasten, findet in jedem Viertel in Kairo ein Fußballturnier statt. Jede Straße hat eine eigene Mannschaft. Ein Teil der Straße wird abgesperrt, um dort ein Fußballfeld mit zwei Toren herzurichten, das abends von elektrischen Lampen beleuchtet wird. Das Publikum versammelt sich am Straßenrand und auf den umliegenden Balkonen. Über Megafon werden die Spiele lautstark kommentiert. Das Finale findet in der letzten Nacht des Ramadan statt. Die Gewinner werden mit einem Pokal und Medaillen ausgezeichnet.
Fußballspielen auf Kairos Straßen ist auch gefährlich. "Wenn ein Auto vorbeifährt, hören wir auf zu spielen, bis es weg ist, denn sonst werden wir überfahren", berichtet Mahmoud. "Meine Mutter ist immer böse mit mir, wenn ich mit dreckiger Kleidung nach Hause komme, als wüsste sie nicht, wie schmutzig es hier draußen ist." Und er fügt hinzu: "Wir kriegen immer Ärger, wenn jemand aus Versehen den Ball in eine Fensterscheibe schießt oder ein Passant getroffen wird. Manchmal verlieren wir auch unseren Fußball, weil er auf einem Balkon landet und dort liegen bleibt."
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